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Verkäuferporträt: Anna Niestroj von BLINKBLINKBLINK

Mai 16, 2012

von maikitten

Etsy.com handmade and vintage goods

Am kommenden Montag, den 21. Mai 2012 macht unsere Craft Night Station bei Anna Niestroj von BLINKBLINKBLINK in ihrem Berliner Design Studio. Anna wird euch zeigen, wie ihr Mini-Leporellos selbst binden könnt. Der Eintritt ist frei und ihr könnt euch per Mail oder über Facebook für anmelden.
18:00 – 22:00 Uhr im BLINKBLINK – Open Design Studio
Gerichtstraße 25, 13347 Berlin

Bevor wir einige von euch dann am Montag sehen werden, möchten wir euch allen Anna etwas näher vorstellen.

„Mini Zig Zag Photo Booth Albums“ von BLINKBLINKBLINK

Erzähl uns bitte ein wenig von dir. Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?
Zu mir sagte mal einer, ich sei so ein Mensch, der an einem Tag einfach eine Pyramide erbauen würde und abends nach Hause käme und nichts davon erzählte.

Wie kamst du auf die Idee einen interaktives Design Studio zu eröffnen?
Die Grundidee war: Ein Platz für mich zum (kreativen) Arbeiten. Und weil ich dabei viel alleine bin, aber trotzdem gerne teile, habe ich mir das Konzept eines offenen Design Studios überlegt. Ich möchte darin den Open-Source-Gedanken der DIY-Szene des Internets „analogisieren“ – oder auch „rücksozialisieren“.
Es kann also grundsätzlich jeder hier vorbei kommen und etwas machen. Meine Besucher erwartet in baldiger Zukunft ein Angebot an diversen Workshops, Craft Nights und kulturellen Ereignissen, aber auch die Möglichkeit gemeinsam mit mir an Projekten zu arbeiten. Ich möchte alles weitestgehend offen gestalten und versuche den Lauf der Dinge nach meinem Gusto zu lenken. Wirklich kontrollieren kann ich die Geschehnisse allerdings jetzt noch nicht. Dafür ist alles noch zu frisch und kompliziert und zu viel (nervige) Vorarbeit zu tun. Und bestenfalls bleibt es einfach so: abwechslungsreich.

Bild von Anna Niestroj

Woher bekommst du deine Inspiration und welche Person hatte besonders großen Einfluss auf dein Handwerk/deine künstlerische Ader?
Meine Eltern – selbst künstlerisch-handwerklich tätig – haben mich zu einem kreativen Menschen erzogen. Ich war von kleinauf mit Baustellen, Farben, Werkzeug und Musik umgeben. Wichtigen Einfluss hatte mein Geigenlehrer Thomas Erdl. Meine Ausbildung/mein Studium habe ich mir selbst erarbeitet. Meine jeweils prägendsten Dozenten an jeder Hochschule waren: Ralf Niemzig (HTK), Francois Chalet (BTK-FH) und Dr. Adrian W. Müller (ZHdK)). Ihnen (und auch den anderen Dozenten sowie Mitstudenten) verdanke ich sehr viel.

Inspiriert bin ich hauptsächlich von Menschen. Ich habe einen hohen Verschleiß an Notizbüchern. Ich reagiere auf alles hypersensibel, getrieben von einem übermäßigem, auch plagendem Tatendrang. Im Alltag musste ich mir deshalb einen gewissen Stumpfsinn aneignen. Auch was das Surfen im Internet angeht: Disziplin.

Wenn du einen Blick in das Studio eines Künstlers, Designers oder Handwerkers werfen könntest (verstorben oder am Leben), wessen Studio wäre das?
Ich würde gerne mal ein paar Tage im Bücherzimmer von Karl Lagerfeld rumhängen. Ich glaube ja, das ist das analoge Tumblr, bzw. die Vorversion. (Und ich würde gerne eine geschüttelte Pepsi Light mit seiner Herrschaft schlürfen, selbstverständlich.

Welchen handgemachten Besitz schätzt du am meisten?
Meine Geige. Von einem Geigenbauer aus Poznan, gebaut 1995. Da war ich 10. (Er hatte uraltes Holz geerbt, deshalb hat sie einen wunderbaren Klang.) (Shame on me, ich spiele seit Berlin nicht mehr.)
Außerdem: Eine Kommode, die mein Vater geschreinert hat. Jedes Bild, das für mich gemalt wurde.

Wie überwindest du ein kreatives Tief?
Kommt relativ selten vor, aber wenn die Luft mal raus ist: Rausgehen. Rumspazieren. Rumfahren. Ziellos sein. Leute treffen. Tanzen. Trinken.

Was sind deine drei liebsten Etsy-Shops?
Spontan: ulani, Essimar und kikinyc.

 


Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Immer guter Dinge so weiter zu machen wie jetzt und bisher. Selbständig. Ich möchte bleiben wie ich bin, bei mir, aber vielleicht etwas gefestigter, vor allem finanziell. In 10 Jahren blicke ich hoffentlich (wieder Geige spielend) auf unzählige realisierte Projekte und Reisen zurück. Und ich möchte mir bis dahin einen fähigen Steuerberater/Buchhalter leisten können. Ha.

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