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Verkäuferporträt: NOTONKeramik

Mrz 29, 2017

von lenastross

Etsy.com handmade and vintage goods

Letzte Woche haben wir zusammen mit Claudetta vom Blog Doitbutdoitnow die Keramik-Werkstatt des Etsy-Shops NOTONKeramik in Berlin besucht. Zwischen Ton-Rohlingen, Glasur und Töpferscheibe haben wir so Einiges über das Töpfern per se, über Inhaberin Sieglinde und ihr Ästhetik-Empfinden erfahren. Seid ihr neugierig geworden? Dann könnt ihr hier nachlesen, warum wir alle ein bisschen verliebt in NOTONKeramik sind.

Sieglinde über ihre Zeit vor, nach und mit Etsy:

Meinen ersten Artikel habe ich im Mai 2016 online gestellt. Das ist nun bald ein Jahr her. Seit dem ist bei NOTON viel passiert! Viele Tassen, Schüsseln und andere Keramik für den Alltag haben meine Wohnung verlassen und sind nun in Gebrauch. Als ich meinen Shop eröffnet habe, hätte ich nie gedacht, dass meine Sachen so einen Anklang finden. Ich bin immer noch enorm dankbar für das Vertrauen, dass mir meine Kunden entgegenbringen!

Verkäuferporträt_NOTONKeramik_Schalen

Ich kannte Etsy schon über Freunde als Plattform für handgemachte Sachen. Als meine Keramik dann eine Qualität erreicht hatte, mit der ich selbst zufrieden war und die ich auch guten Gewissens an andere weiter geben konnte, war Etsy die erste Adresse, um einen virtuellen Shop zu eröffnen. Etsy ist für mich eine wirklich tolle Möglichkeit, um für Leute auffindbar zu werden, die handgefertigte Keramik schätzen. Es ist so schön sich vorzustellen, dass an den unterschiedlichsten Orten der Erde schon ein Stück von mir in einem Regal steht und im Alltag eines Menschen seinen Platz gefunden hat, von ihm benutzt wird und vielleicht sogar eine Art Lieblingsstück geworden ist.

Ich versuche Gefäße herzustellen, die in ihrer Form einen bestimmten Zweck oder eine Funktion erfüllen. Ich kenne aus meinem Alltag etliche Situationen, für die ich mir dann eine ganz bestimmte Form für eine Schüssel oder Tasse wünsche. Zum Beispiel esse ich nach einem anstrengenden Tag gerne mein Abendessen gemütlich auf dem Sofa. Das kann dann eine asiatische Nudelsuppe sein. Dafür brauche ich dann eine Schüssel, die man gut greifen kann oder im Schoß abstellen. Und schon habe ich wieder eine Idee oder Form im Kopf, an der ich arbeite, bis ich die perfekte Feierabend-Sofa-Schüssel habe. Los geht es mit Skizzen auf Papier, die ich dann an der Töpferscheibe umsetze. Schüsseln sind eigentlich insgesamt mein Lieblingsthema. Davon kann man nie genug haben. Frühstücksschüsseln, Schüsseln für Zutaten beim Kochen, Schüsseln für Suppe, Pasta, Desserts, Salate…

Ich lebe und arbeite in Berlin. Meine Wohnung und die Werkstatt befinden sich beide in Neukölln. Was wirklich toll ist, da es mir erlaubt, auch spontan zu arbeiten und ich keine Weltreise mehr antreten muss, wenn es mal wieder sehr spät wurde. In meiner Wohnung steht ein Regal, in dem ich immer die fertigen Teile lagere und von dort aus verpacke und verschicke. Im Moment verkaufe ich nur online. Allerdings hoffe ich, bald mehr produzieren zu können und dann auch ein paar Stücke in einem Laden stehen zu haben oder ein kleines Café oder Restaurant mit meinen Sachen auszustatten.

Mein Arbeitsplatz ist in einer kleinen Töpferwerkstatt in Neukölln. Vor 1,5 Jahren habe ich dort selbst meinen ersten Töpferkurs gemacht und war davon so angefixt, dass ich dort nun regelmäßig arbeite und meine Sachen produzieren. Die Werkstatt muss vor allem funktionalen Ansprüchen genügen. Alles muss am richtigen Platz liegen, um schnell greifbar zu sein, wenn man es braucht. Die Werkstatt ist nicht groß, so muss alles gut organisiert sein, damit der wenige Platz gut ausgenutzt ist.

Überall steht Ton, Kisten mit Werkzeug, oder auch ein ganzer Eimer-Turm. Im Lauf der Zeit habe ich einige Glasuren angerührt, die sich nun in einer Ecke stapeln. Man kann nie genug Blau-Töne haben! Die Regale sind gefüllt mit frisch produzierten Stücken die zum trocknen lagern, welchen, die bereits einmal gebrannt wurden und Teilen, die schon glasiert wurden. Nachdem dann alle Stücke den Glasur-Brand hinter sich gebracht haben, kann man sie aus dem Ofen holen. Den Ofen zu öffnen, ist immer der spannendste Moment. Ist alles gut gegangen? Sehen die Sachen so aus, wie man sie sich vorgestellt hat? Meistens geht alles gut, manchmal gibt es aber auch frustrierende Momente. Wenn eine Glasur nicht so aussieht, wie man sie sich vorgestellt hat oder ein getöpfertes Stück sich im Ofen so verzogen hat, dass sie Form ganz anders aussieht als geplant. Um so schöner aber, wenn ich schöne Schüsseln in meiner Lieblings-Mint-Farbe aus dem Ofen holen kann. Da geht verlässt man die Werkstatt dann wirklich euphorisiert.

In meinem regulären Job bin ich Konzepter für digitale Anwendungen. Ich versuche also, mich in Nutzer hineinzuversetzen und ihm den Umgang mit dem Online-Medium, das er gerade benutzt – beispielsweise einen Onlineshop, so angenehm und nützlich wie möglich zu gestalten. Das ist wohl auch der Zusammenhang zu meiner Keramik-Arbeit. In der Regel geht es mir darum, nicht nur ein schönes Produkt herzustellen, sondern am Ende etwas zu haben, dass auch einen Sinn im Leben des Benutzers hat und ihm im Alltag als kleiner Helfer oder nützlicher Begleiter zur Seite steht. Wenn es dann auch noch schön aussieht, ist alles gut gegangen.

Verkäuferporträt_NOTONKeramik_Tasse

An der Drehscheibe zu töpfern war für mich lange ein ferner Traum. Dass ich das mindestens einmal ausprobieren möchte, hatte ich schon eine Weile im Kopf. Als ich dann wirklich das erste mal an der Töpferscheibe saß, hat es eingeschlagen wie eine Bombe. Ich wurde sofort süchtig und konnte es immer kaum abwarten, wieder weiter zu arbeiten. Die Arbeit mit Ton und insbesondere an der Töpferscheibe macht mich extrem gelassen. Alles läuft in seinem eigenen Tempo. Jeder Arbeitsschritt braucht seine Zeit, wenig davon lässt sich wirklich beschleunigen. Vor allem das Trocknen des Tons zwischen den einzelnen Arbeitsschritten erfordert viel Geduld. Zum Glück habe ich Kunden, die viel Verständnis haben, wenn es auch mal ein bisschen länger dauert, bis ihre Bestellung wirklich fertig ist. Das weiß ich sehr zu schätzen, da das heute wirklich nicht mehr selbstverständlich ist.

Ich bin damit aufgewachsen, etwas mit den Händen zu tun und herzustellen. Ich hatte immer einen „Bastelkram“, der mich beschäftigte. Ob ich nun mit meinem Vater in der Holzwerkstatt stand, aus Fimo Schmuck geknetet habe oder an der Nähmaschine meiner Mutter saß – Sachen, die ich selbst hergestellt habe, umgeben mich schon immer. „Handgemacht“ bedeutet für mich deshalb, meine eigenen Vorstellungen von einem Gegenstand umsetzen zu können. Selbst ausgesucht Farben und Materialien zu verwenden und diese so zu kombinieren, dass sie für mich passen und mir gefallen.
Seit ich meinen eigenen Shop auf Etsy betreibe, habe ich auch einen ganz anderen Draht zu den Produkten anderer Hersteller. Ich hatte das nie so wirklich auf dem Schirm, auch handgemachte Sachen kaufen. Doch mittlerweile stehen in meiner Wohnung mehrere Stücke, die ich wirklich in mein Herz geschlossen habe.

Schon alleine im letzten Jahr habe ich so viel positive Rückmeldung von Menschen bekommen, die meine Produkte zuhause stehen haben. Genauso haben sich tolle Kooperationen ergeben und ich habe noch genug Ideen für weitere Produkte, sodass es erst mal nicht langweilig werden dürfte. Deshalb bin ich wirklich gespannt, was schon alleine das kommende Jahr für NOTON bringt. Ich bin gar nicht unbedingt darauf aus, mich selbstständig zu machen, Für den Moment genieße ich es, ein Hobby zu haben, das mich derart erfüllt und mich mit so vielen tollen Menschen in Kontakt bringt. Doch auch meinen tatsächlichen Job möchte ich nicht missen. Doch es kommt, was kommt! Die Töpferscheibe dreht sich auf jeden Fall weiter!

Wenn ihr noch mehr über Sieglinde lesen und mehr tolle Bilder aus der Sicht von Doitbutdoitnow sehen möchtet, dann bitte HIER ENTLANG!

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