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Verkäuferporträt: Käselotti

Jun 8, 2017

von lenastross

Etsy.com handmade and vintage goods

Letzte Woche haben wir zusammen mit Janina vom Blog OhWunderbar Etsy-Team Captain und Shop-Inhaberin Kathrin von Käselotti in ihrem kleinen Ladenstudio in Hamburg besucht. So konnten wir nicht nur ihre entzückenden Stofftiere sondern auch die Person hinter „Käselotti“ kennenlernen.

Heute stellt sich Kathrin noch einmal persönlich vor!

Hallo, ich bin Kathrin aus Hamburg und ich liebe Tiere! Für mein kleines Label käselotti illustriere, nähe, drucke und fertige ich seit fast 10 Jahren Produkte, die die Welt nicht unbedingt braucht, aber die das Leben ein kleines bisschen schöner machen, vor allem, wenn man Tiere mag… Ich komme aus einem kleinen Dorf bei Osnabrück und bin mit vielen Tieren und mitten in der Natur aufgewachsen, nach meinem Designstudium in Hannover hat es mich nach Hamburg verschlagen, die beste Stadt in der man leben kann. 

Meinen Etsy-Shop habe ich 2010 eröffnet. Anfangs habe ich sehr wenig darüber verkauft, aber wenn, dann war es immer sehr aufregend, wohin auf der Welt meine Sachen nun reisen würden. Seit etwa 2 Jahren läuft mein Etsy-Shop nun ziemlich gut. Meine Theorie ist, dass es geholfen hat, meine Tags, Titel und Beschreibungen zu überarbeiten. Ich finde es wirklich spannend, dass Menschen auf der ganzen Welt meine Sachen sehen und kaufen können und ich stelle mir dann vor, wie sie sie im Alltag begleiten. Manchmal, bei aufregenden Orten wie Florida, schaue ich auch bei Google Maps, wo meine Kunden wohnen, aber pssst…

Außerdem mag ich Etsy als Verkaufsplattform sehr, nicht nur optisch, sondern auch den Grundgedanken der Plattform als Gemeinschaft. Dass man als Verkäufer nicht alleine seinen Weg bestreiten muss, sondern sich auf vielfältige Weise mit anderen zusammentun, weiterbilden und beraten lassen kann, habe ich so noch nirgends anders so erlebt.
Ich habe das Glück, dass vor meinem Bürofenster eine beliebte Hunde-Gassi-Strecke entlangläuft, diese tägliche Inspiration ist Gold wert! Aber ich schaue auch viel in der Gegend herum, wenn ich unterwegs bin und freue mich immer, wenn mir ein Eichhörnchen über den Weg hopst oder mich ein Rotkehlchen ein Stück meines Weges begleitet. Es ist erstaunlich, was man alles sehen kann, wenn man die Augen aufmacht…

Ich lebe mit meinem Freund in einer eher unspektakulären Wohnung im Hamburger Osten und fahre jeden Tag mit der Bahn in mein kleines Atelier im Schanzenviertel. Dort sitze ich dann entweder am Computer und illustriere oder ich stelle meine Produkte her, die ich von hier aus auch verpacke und versende. Mein Atelier hat schnuckelige 18 m2 und ich teile es mit meiner netten Kollegin Andrea, die auch freiberufliche Designerin ist. Wir haben einen großen Tisch in der Mitte an dem wir uns gegenübersitzen und hinter mir ist ein großer Einbauschrank, in dem ich meine ganzen Stoffe, Materialien und auch schon fertige Täschchen und andere Sachen horte. Wir können immer durch das große Schaufenster raus auf die Straße und in den Park gegenüber schauen, das ist wirklich toll. Manchmal kommen auch Leute rein, die etwas kaufen wollen, aber es ist eine ruhigere Seitenstraße, daher kommt das eher selten vor.

An Wochenenden fahre ich hin und wieder auf Designmärkte und verkaufe dort an meinem Marktstand. Als nächstes bin ich in Mönchengladbach beim Greta Markt. Außerdem habe ich noch das Lítil, einen kleinen Laden im Hamburger Stadtteil Ottensen, ich teile ihn mir mit vier anderen netten Mädels, und Mittwochs bin ich immer dort und sitze hinterm Ladentresen. Das ist eigentlich perfekt, ein eigener kleiner Laden, in dem ich aber nicht jeden Tag allein sitzen muss. Ansonsten habe ich vor einiger Zeit mit dem Schwimmen angefangen (Sport muss halt sein…) und wir haben uns einen kleinen Acker auf einem Biohof im Hamburger Süden gemietet, zu dem wir etwa einmal pro Woche fahren. Das ist so entspannend! Zwei Stunden Unkraut jäten auf dem Feld „erdet“ mich, wie ein Tag am Meer, und ich freu mich schon auf das ganze Gemüse!
Als ich meinen Shop eröffnet habe, habe ich noch Vollzeit in einem Kinderbuchverlag gearbeitet, und das Nähen abends und an den Wochenenden war mein Ausgleich zur Arbeit am Computer.

Aber mein Business ist jedes Jahr stetig ein bisschen mehr gewachsen und ich habe immer mehr gefühlt, dass es das ist, was ich machen will. 2014 habe ich dann den Schritt gewagt, mich komplett selbstständig zu machen und habe es noch keinen Augenblick bereut. Ich bin einfach nur froh, dass ich jeden Tag aufs Neue entscheiden kann, womit ich mich beschäftige und gehe jeden Tag gern zur Arbeit.

Handgemacht bedeutet für mich dabei, dass Menschen Dinge herstellen, mit einer Liebe zum Material und zum Fertigungsprozess, so dass es über eine bloße Produktion hinausgeht. Technisch gesehen sind meine Produkte nicht mehr zu 100% handgemacht, da ich Bestandteile anfertigen oder drucken lasse, mittlerweile habe ich auch hin und wieder Hilfe beim Nähen, aber trotzdem steckt in allen meinen Sachen ganz viel Herzblut und auch viel meiner eigenen Persönlichkeit.

Wenn mir vor 10 Jahren jemand gesagt hätte, wo ich heute stehe, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Aber mal ganz realistisch betrachtet, wäre es schön, auf lange Sicht ein paar Mitarbeiter zu finden, die mich in meiner Arbeit unterstützen, vielleicht beim Verschicken und für die Produktion, damit ich auch weiterhin viele neue Ideen umsetzen kann. Ich bin eben nur ein Mensch und der Tag hat (leider) nur 24 Stunden. Irgendwann kommt wahrscheinlich der Punkt, an dem ich einfach Aufgaben abgeben muss, weil ich es allein nicht mehr schaffe, gerade, wenn vielleicht irgendwann noch die Verantwortung für eine Familie dazukommt. Dann wünsche ich mir, dass ich ein tolles Team habe, auf das ich mich verlassen kann.

Schöne Orte gibt es viele! Ich liebe das Meer und den Wind und die Wellen. Aber einer meiner absoluten Lieblingsorte ist auf jeden Fall das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Wir wohnten am Rand des Ortes, direkt am Wald und ich war jeden Tag draußen, auch bei Wind und Wetter. Wenn ich meine Familie besuche, machen wir manchmal einen Spaziergang durch die Felder und schauen über die Hügel, die sich in den ganzen Jahren fast nicht verändert haben. An diesem Platz hatte mein Vater mal eine selbstgebaute Bank aufgestellt (einfach so, er hat solche Sachen oft gemacht, und der Bauer hat sich wohl nicht daran gestört) damit man besser sitzen und die Aussicht genießen konnte.

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