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So findest du deinen Zielmarkt

Apr 30, 2014

von Brenda Lavell

Etsy.com handmade and vintage goods

Ich brauchte zwei Anläufe, um meinen Vollzeitjob endgültig an den Nagel zu hängen. Das erst Mal war eine Katastrophe, da ich weder einen Plan für das Online-Marketing hatte, noch wusste ich, wie es überhaupt funktioniert. Das zweite Mal war ich erfolgreich, denn jetzt verstehe ich Online-Marketing. Ich kenne meine Kunden und weiß, wie ich Produkte herstelle, die genau auf ihre Bedürfnisse und Probleme zugeschnitten sind.

Als ich im Jahr 2010 meinen Job das erste Mal aufgab, wollte ich es jedem Recht machen. Ich platzierte unzählige Produkt-Links in sozialen Medien, ohne irgendwelche interessanten „Häppchen“ zu bieten, damit Kunden anbeißen. Ich war entmutigt, frustriert und – offen gesagt – die fehlenden Einnahmen machten mir Angst. Die Folge war, dass ich nach sieben Monaten wieder einen Vollzeitjob annahm.

Doch war ich fest entschlossen, mit meinem Geschäft erfolgreich zu sein. Daher lernte ich alles über Online-Marketing. Meinen Zielmarkt zu finden, meinen Nischenmarkt zu definieren und zu wissen, wer meine idealen Zielkunden sind: All dies machte den entscheidenden Unterschied aus.

Der Unterschied zwischen Ziel- und Nischenmarkt

Der Zielmarkt ist eine Gruppe potenzieller Kunden, die in Bezug auf dein Produkt einige Gemeinsamkeiten haben. Mein Zielmarkt könnten beispielsweise alle Leute sein, die gerne stricken.

Der Nischenmarkt ist eine genauere Definition eines Zielmarkts. So ist beispielsweise „Strickanfängerinnen, die Etsy lieben, zwischen 20 und 35 Jahre alt sind und in Neuengland leben“ eine wesentlich engere Definition.

Wenn du deinen Nischenmakt definierst und kennst, kannst du deine Marketingaktivitäten gezielt auf diese Kundengruppe ausrichten.

Grenze deinen Nischenmarkt weiter ein

Die weitere Eingrenzung deines Nischenmarkts ist wichtig, wenn du genau die Idealkunden finden möchtest, die zu dir passen – also Kunden, die zu echten Fans deines Shops und deiner Produkte werden. Ein echter Fan möchte alles über dein Geschäft wissen, das heißt über deine Verkäufe, Anleitungen und was es für neue Produkte gibt.

Wenn du Produkt-Links rund um die Uhr für Tausende von nicht gezielt ausgewählten Followern in sozialen Medien postest, ist das viel zu global und wird aller Voraussicht nach nicht viele Käufer anziehen. Den Empfängern auf deiner Mailing-Liste, die deine Idealkunden enthält, Coupons anzubieten ist hingegen ein gezielter Ansatz, mit dem du höchstwahrscheinlich zahlreiche Verkäufe erzielen kannst.

Wie du sicher selbst schon festgestellt hast, ist es sehr anstrengend, ständig Werbung für deinen Shop zu machen – es bedeutet viel Arbeit für wenig Geld. Bei Werbung dreht sich alles um dich — deine Produkte. Beim Marketing geht es um die anderen – die Bedürfnisse und Probleme deiner Kunden. Wenn du weißt, wer diese Kunden sind, dann weißt du auch mehr über ihre Bedürfnisse oder kannst diese leichter erraten.

Wie findest du deinen Idealkunden?

Ein Zielmarkt beschreibt eine Gruppe von Merkmalen, keine Personen. Du kannst deinem Zielmarkt ein Gesicht geben, indem du deinen eigenen Idealkunden schaffst, eine fiktive Gestalt mit individuellen, menschlichen Eigenschaften – ein echter Fan, den du dir auf dem Papier oder einfach nur in deinem Kopf ausdenkst.

Sobald du dieses Profil deines Idealkunden definiert hast, richtest du dein Marketing anstatt auf eine Gruppe von Leuten nur auf eine Person aus: deinen wahren Fan.

Um diesen idealen Kunden zu erschaffen, musst du tief in die Psyche dieser fiktiven Person eindringen. Eine richtige Antwort darauf, wer sie ist, gibt es nicht; sie muss nur für dich einen Sinn ergeben. (So wäre etwa „eine superschicke, modeverrückte Frau, die nicht strickt“ für meinen Garn-Shop nicht sinnvoll.) Du kannst diese Zielmarkt-Arbeitsblattvorlage verwenden, um deinen eigenen Idealkunden zu erstellen.

Wenn du dir ein Bild von der idealen Person gemacht hast, die du mit deinen Produkten gezielt ansprechen möchtest, solltest du dich im nächsten Schritt eingehend mit den Bedürfnissen und Problemen deines Kunden befassen. Wie erfüllen deine Produkte die Bedürfnisse deines Idealkunden? Bieten sie eine Lösung für sein/ihr Problem? Deine Vermarktung sollte die Probleme deines Idealkunden erfolgreich mit deinen Produkten verknüpfen.

Wie sprichst du deinen Idealkunden an?

Alles, was du schreibst, sollte immer deinen Idealkunden im Fokus haben: von Produktbeschreibungen über Blog-Beiträge bis hin zu E-Mails. Betrachte alles aus der Sicht deines Idealkunden und gehe mit deinen eigenen Worten auf seine/ihre Bedürfnisse und Probleme ein.

Lass uns die einzelnen Schritte anhand eines Beispiels durchgehen:

Schmuck ist eine bedeutende Kategorie auf Etsy. Schmuckliebhaber haben unterschiedliche Bedürfnisse (z. B. Menschen mit Metallallergie) und Probleme (z. B. die perfekten Ohrringe für einen speziellen Anlass).

Wie sprichst du deine Idealkundin an, die ein echter Fan des besonderen Stils und der speziellen Machart deiner Ohrringe ist, und gehst gleichzeitig auf ihre Bedürfnisse und Probleme ein?

1. Ein erster wichtiger Schritt: Achte darauf, dass deine Fotos wirklich umwerfend sind. Dein Text und deine Schlagwörter sollten speziell für deinen Kunden aus seiner/ihrer Sicht geschrieben sein, jedoch in deinem eigenen authentischen Sprachstil. Erfolgstipps: Lies diese Beiträge mit Tipps zur Fotografie und den Artikel „Beschreibe deine Produkt“.

2. Wie steht es mit deinen AGB und der Profilseite deines Shops? Beide sollten ebenfalls auf deinen Idealkunden zugeschnitten sein. Erfolgstipps: Lies dazu die Blog-Beiträge „Meine AGBs auf Etsy“ und „Tipps für dein Shop-Profil„.

3. Verfasse Blog-Beiträge oder andere Beiträge in sozialen Medien, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen (schreib darüber, wie du Probleme löst, oder gewähre einen Blicken hinter die Kulissen usw.). Verwende Schlagwörter, die gezielt auf deinen Kunden zugeschnitten sind, und füge Links zu deinen Produkten hinzu. Erfolgstipp: Lies diese Tipps für Social Media.

4. Nutze deine Mailing-Liste, um die Aufmerksamkeit auf diese Blog-Beiträge oder direkt auf deine Produkte zu lenken.

5. Verbinde Links zu deinen Produkten mit anderen interessanten Inhalten.

Wenn dann aus potenziellen Kunden Käufer werden, baue eine Beziehung zu ihnen auf. Finde heraus, welche Interessen und Bedürfnisse sie haben, indem du dich über deine geschäftliche Facebook-Seite oder auf Kunsthandwerks- und Designmärkten und -messen mit ihnen unterhältst. Dies wird dir helfen, deinen Nischenmarkt weiter zu verfeinern und aus einmaligen Käufern Stammkunden zu machen.

Anfangs dachte ich, dass es einen „Trick“ gäbe, seinen Zielmarkt zu finden. Doch dann wurde mir klar, dass das Finden meines Zielmarkts nichts weiter als ein Prozess ist. Entscheidend waren die Definition meines Idealkunden sowie die effektive Nutzung sozialer Medien. Das Ergebnis? Letztes Jahr gab ich meinen Vollzeitjob auf und bin seitdem in der Lage, meinen Lebensunterhalt mit meinen handgefertigten Produkten zu bestreiten. Und das alles, weil ich meinen Zielmarkt gefunden habe.

Finde deinen eigenen Zielmarkt, indem du deinen Idealkunden definierst und ihn gezielt ansprichst. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren deine Erfahrungen oder Fragen zu hören.

Brenda Lavell ist Inhaberin, Färberin und Designerin hinter Phydeaux Designs. In ihrem Blog, phydeaux-designs.com, veröffentlicht sie Strick- und Geschäftstipps. Außerdem macht es ihr Spaß, Fotos von ihrem Garn und ihrem Leben auf Facebook und Instagram mit anderen zu teilen.

Zielmarkt-Arbeitsblatt herunterladen | Verkäuferhandbuch – Artikelarchiv

 

5 Kommentare

  • walros1956

    Walter Wimmer von walros hat vor 5 Jahre gesagt

    Hallo Brend Deine Informationen sind eine wirkliche Hilfe im Umgang mit diesen Themen - Ich versuche gerade einen Shop in ETSY zu etablieren und werde mich an deinen Hinweisen orientieren. Danke Walter

  • bystrux

    Beate von SchoenByStrux hat vor 5 Jahre gesagt

    Hallo Brenda, habe gerade einen Etsy Shop eröffnet und bin richtig Dankbar für Deine tollen Tips. Mal sehen ob sie funktionieren. Beate

  • esossnitza

    Eva Sossnitza von esozaJewelry hat vor 5 Jahre gesagt

    Danke für den tollen Artikel! Ich habe immer noch Schwierigkeiten, meine Zielpersonen genau zu definieren, weil ich ich in meinem Shop zwar Produkte anbiete, die auf den ersten Blick in eine Kategorie passen, aber bei genauerer Betrachtung zu verschiedenen Zielpersonen passen. Deshalb drehe ich mich hier immer noch im Kreis...Aber ich werde das worksheet durcharbeiten und mein Profil auch überarbeiten. Und dann mal schaun, ob ich u.U. mehrere Zielpersonen gleichzeitig ansprechen kann.

  • SteinSchmiede

    Petra SteinSchmiede von SteinSchmiede hat vor 5 Jahre gesagt

    Vielen Dank, liebe Brenda. Ja da reihe ich mich doch in die Reihe meiner Vorgänger ein. Dein Beitrag ist wirklich spannend und einleuchtend. Ich will mich hier etablieren und finde es ganz großartig, dass man hier so viele Tipps erhält. Wir sind hier bereits zu viert und Zusammenarbeit erleichtert immer imens. Allein ist man eben nur allein. Mal schauen was noch passiert. Ich wünsche dir alles Gute und gebe ganz bestimmt noch Bescheid wie es läuft. Petra

  • konzentrat1313

    Karin Zahn von Kunstgenerationen hat vor 4 Jahre gesagt

    Vielen Dank für die Tipps, habe gerade erst eine Shop eröffnet. Werde aber nacharbeiten müssen. Melde mich bestimmt noch mal einmal, bis dahin alles Gute.

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