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Verkäuferporträt : Lolita Picco

Aug 21, 2014

von LaetiFrenchie

Etsy.com handmade and vintage goods

Kannst du uns ein bisschen mehr über dich erzählen?

Wie bist du an diesem Punkt in deinem Leben angekommen? Mein Name ist Lolita Picco. Ich arbeite als Illustratorin und habe meine eigene Marke geschaffen, die ich nach mir selbst benannt habe. Ich bin 27 Jahre alt und lebe in Marseille in Frankreich. Ich arbeite jetzt seit sechs Jahren als freiberufliche Illustratorin (und Grafikerin).

2009 nahm ich zum ersten Mal an einem Kunsthandwerksmarkt teil. Besonders gut gefielen mir die Atmosphäre sowie auch der persönliche Kontakt zu meinem „Kunden“. So hatte ich Gelegenheit, direktes Feedback zu meinen Arbeiten zu erhalten, was mich davon überzeugte, auf jeden Fall weiterzumachen, auch wenn es anfänglich finanziell immer etwas schwer ist, sich etwas aufzubauen. Ich brauchte einige Jahre, bevor ich mich ernsthaft damit befassen konnte, die Sache richtig in Gang zu bringen, da ich auch noch andere Jobs hatte. Unter anderem arbeitete ich in einem alten, familiengeführten Papierwarengeschäft namens „La Papeterie Technique“ – daher meine Liebe zu Papier – sowie für eine Prêt-à-Porter-Marke aus Marseille, „Le Temps des Cerises”, wo ich den ganzen Prozess für die Herstellung von Textilien kennenlernte, was mit heute sehr zu Gute kommt!

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Arbeitest du Vollzeit für deine Marke?

Ich habe meinen Etsy-Shop im Januar 2013 eröffnet. In den ersten Monaten war es nicht meine Hauptaktivität. Ich musste noch recht viele Illustrations- und Grafikprojekte in meiner Rolle als Freiberufler fertigstellen, also habe ich abwechselnd an beidem gearbeitet.
Ich lancierte meine Kollektion 2014, bzw. genauer gesagt letzten Dezember. Seitdem kümmere ich mich in Vollzeit um meinen Shop, aber nehme außerdem auch noch verschiedene Arbeiten als freiberufliche Grafikerin an. Ich bin bei meiner Arbeit sehr genau, daher habe ich auch mehrere gleichzeitige Tätigkeiten im Griff. Der verwaltungstechnische Papierkram fällt mir dabei am schwersten. Am liebsten würde ich den ganzen Tag kreativ tätig sein, doch als kleines Unternehmen muss man alles machen können! Aber eigentlich ist es recht interessant und erfüllend, seinen gesamten Arbeitsprozess von A bis Z zu verwalten.

Seit wann lebst du in Marseille? Wie inspiriert dich Marseille in kreativer Hinsicht?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Martigues, einer kleinen Stadt etwa eine halbe Stunde von Marseille entfernt. Meine Familie kommt ursprünglich aus Korsika und Italien und immigrierte in den 40er Jahren nach Marseille. Mein Großvater war sogar ein professioneller Fußballspieler bei der Fußballmannschaft Marseilles OM, die 1943 den französischen Cup gewann – worauf wir sehr stolz sind!– also hat meine Familie wirklich  eine starke Verbundenheit mit Marseille.

Marseille inspiriert mich stark. Seine Kultur, seine Sprache, seine Klischees, sein Ambiente… In den letzten zwei Jahren habe ich Serien von Postkarten und kleinen Objekten wie Magneten und Schlüsselanhängern hergestellt, die mit berühmten Redensarten aus Marseille und ganz Südfrankreich illustriert sind. Mir gefällt es, meiner Stadt mit meinen Kreationen Tribut zu zollen. Ich finde, dass die Bereiche Kunsthandwerk und Design in den letzten Jahren stark an Dynamik gewonnen haben, auch schon bevor Marseille 2013 zur Kulturhauptstadt ernannt wurde. Es gibt hier viele talentierte Grafiker, Kunstmaler, Musiker und Kunsthandwerker. Diesen kreativen Wetteifer zu sehen ist toll. Ganz gleich, was die Leute sagen – in Marseille ist ganz schön was los!

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Woher kommt deine Inspiration?
Meine Inspiration kommt hauptsächlich aus meinem Alltag und ganz besonders von meiner Familie: Die meisten Fotos, die ich für meine Illustrationen verwenden, stammen aus den Fotoalben meiner Großeltern. Auch meine Freunde dienen mir als Inspirationsquelle, denn sie nennen mich seit Jahren „morue“ (Französisch für „Stockfisch“), aber ich mag sie trotzdem, sowie meine Stadt, Marseille, die eine unerschöpfliche Quelle von Redensarten bereithält, denen ich gerne in meiner Arbeit Ehre erweise. Kurz gesagt, meine Quellen der Inspiration sind oft sehr persönlich. Ironie ist ebenfalls mein Ding – ich mag es, wenn ich die Leute zum Lächeln bringe!

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Meine kleinen Notizbücher mag ich besonders gern, sie sind komplett handgefertigt. Ich sammle alte Schulhefte und Kontobücher, die ich auf Flohmärkten kaufe oder die mein ehemaliger Chef aus der Papierwarenhandlung in seinem alten Bestand findet. Die Seiten daraus  verwende ich dann, um kleine praktische Notizbücher herzustellen, die ständig genutzt werden und den Alltag erleichtern sollen. In unserer komplett digitalen Welt will ich nicht, dass das Papier vollkommen in Vergessenheit gerät – Schrift ist etwas so Kostbares! Wenn ich in Urlaub fahre, verschicke ich immer Postkarten an alle Freunde und Verwandten. Ich ziehe es vor, meine Ideen in hübschen Notizbüchern niederzuschreiben anstatt in meinem Smartphone…

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Was machst du, wenn du nicht kreativ tätig bist?

Wenn ich nicht arbeite, lese ich (im Durchschnitt ein Buch die Woche!), verbringe Zeit mit Freunden und Verwandten, ich mag es zu verreisen, während des Sommers am Strand in der Sonne zu liegen (echte Südländerin, die ich bin), Fotos zu machen und zu schlafen.

Wo siehst du dich in 10 Jahren? 
In 10 Jahren würde ich mir wünschen, dass mein kleines Unternehmen gewachsen ist und dass ich meine Produkte noch immer in die ganze Welt verschicke. Und eventuell würde ich dann gerne aus dem Stadtzentrum wegziehen (auch wenn ich es hier liebe!), um näher am Meer zu leben, zum Beispiel in Malmousque oder l’Estaque, in einem kleinen, niedlichen Haus mit meiner Familie. Auf jeden Fall sehe ich mich immer noch in Marseille, in der Nähe meiner Freunde und meiner Familie und zumindest per Luftlinie auch nicht so weit weg von meinem kleinen Dorf in Korsika!

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