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Meine kleine Schlagerparade

Apr 20, 2010

von benedikta

Schlager Fever Vintage 1960s Roy Black Vinyl by Schaufenster

Bis ich Matt, meinen Mann und Musiker, kennenlernte, war mir nie so richtig bewusst geworden, was für einen Einfluss meines Vaters Schlagerkollektion auf meine Kindheit gehabt hatte. Vor Matts höchst geschmackvollem Musikhintergrund hebte sich mein kulturelles Erbe umso schräger hervor.
Insofern ist es immer noch nicht ganz leicht zuzugeben, dass gerade solche Klänge wie „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ den Takt zu dem Sofagehüpfe von mir und meinen zwei Schwestern angab.

In Wikipedia wird der Schlager als “ ganz allgemein leicht eingängige instrumentalbegleitete Gesangsstücke mit wenig anspruchsvollen, oftmals humoristischen oder sentimentalen Texten“ bezeichnet. Kein Wunder also, dass all die Texte sich wesentlich tiefer als jeweils eine Lateinvokabel oder jegliche geschichtliche Gegebenheiten in unsere Gehirne  gegraben haben.

Besonders in Erinnerung ist mir eine gewissliche Ballettaufführung geblieben, bei der wir Mädels (meine ältere Schwester und ich) in weißen Wollstrumpfhosen zu Roy Black tanzten.

Falls aus irgendeinem Grund einer unsere Kostümwahl nachahmen wollen würde, empfehle ich mit der up-to-date Disco Fever Version von zwzzy zu gehen:

Ich bin mir nicht sicher ob meine Mutter sich nicht manchmal heimlich fragte warum unsere Opern- und Konzertbesuche nicht ähnlich kreative Ausbrüche hervorrufen vermochten.

Niemand konnte uns so ins Träumen bringen wie Martin Lauer mit seinem Song über dieses überdimensional tolle Pferd, welches auch ohne Zügel den Weg zurück finden konnte.


„Am Sonntag will mein Süsser mit uns Segeln gehen“ inspirierte uns, uns so lange im Kreis zu drehen, bis wir schwindelig auf den Boden taumelten. Eine eher unangenehme Beschäftigung.

Noch heute braucht nur eine von uns drei Schwestern die ersten Takte eines der geliebten Lieder summen und die anderen beiden fallen, zum Leide aller Umstehenden, automatisch ein. Das einzige Mittel ist mitzusummen, den man kann mit Sicherheit sagen dass, auch wenn die Texte noch so seicht sein sollten, gute Laune fast garantiert ist.

Bevor ich Eure Ohren endlich entlasse, hier noch eine Widmung an Matt. Das Lied von Manuel. Wäre sein leicht gebrochenes Deutsch nicht, wäre ich überzeugt dass es sich hierbei um meinen Mann handelt!

Ach, im übrigen würde es mich sehr erleichtern ein paar geschmackliche Geständnisse Eurerseits zu hören!

3 Kommentare

  • sabine sprotte | querelastisch hat vor 10 Jahre gesagt

    Es hat sich noch keiner gewagt zu outen? Könnte ja auch peinlich werden ... wenn man in seiner Jugend Howard Carpendale's "Ti amo" und "Deine Spuren im Sand" ganz toll fand. Damals standen alle auf die neue deutsche Welle und so. Meine Jugend wurde elterlicherseits begleitet von Klassik und Marschmusik. Insbesondere der Radetzky-Marsch dröhnte durchs Haus. Diesen höre ich mir Heute lieber beim Neujahrskonzert an. Als musikalische Begleitung beim Handballtraining gab es eher taktvolle Kommandos. Noch heute höre ich (auch) gerne melodische Songs, wie z.B. Neil Diamond. Gaga geht aber auch. Die Texte der Gassenhauer von damals kenne ich witzigerweise noch alle auswendig. Macht Spaß, diese bei Parties lauthals mitzusingen. LG Sabine

  • Benedikta

    Benedikta hat vor 10 Jahre gesagt

    Hey Sabine, Vielen Dank für den Auftakt! Bisher war keiner mutig genug. Derweil bin ich mir sicher dass es sonst noch richtig gute Geschichten gibt. Marschmusik ist auch nicht schlecht. Das hat Dich bestimmt auf Zack gehalten! LG B

  • katharina hat vor 10 Jahre gesagt

    lol sehr lustig. ich bin leider auch mit rechts von hundert (wdr 4) grossgeworden. kenne bis heute noch den babysitter blues auswendig. und natuerlich das knallrote gummiboot :D (danke jetzt ists ein ohrwurm....)

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