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How Tuesday: Magazine Surgery mit Joey Hansom

Aug 2, 2011

von xkristinax

Etsy.com handmade and vintage goods

Wer den Collagen-Workshop gestern in den Etsy Labs nicht besuchen konnte, hat hier die Möglichkeit sich von  Joey Hansom inspirieren und anleiten zu lassen.

Obwohl Musik meine eigentliche künstlerische Leidenschaft ist (als Produzent, Sänger oder DJ), mache ich auch Collagen. Neben dem Wechsel zu einem visuellen Medium gefällt mir daran besonders die therapeutische, fühlbare Erfahrung des Schneidens sowie das fast erlösende Gefühl, die Massen der Bilder, mit denen wir täglich bombardiert werden, förmlich zu zerhacken und uns so die Bilderwelt wieder eigen zu machen.

Pablo Picasso: Guitar, Sheet, Music and Wineglass (1912)

Das Wort „Collage“ kommt vom französischen Wort „coller“, was kleben bedeutet. Der Begriff Collage wurde insbesondere von Pablo Picasso und George Braque als Teil der Kubismus-Bewegung geprägt, die diese Technik in der modernen Kunstwelt vorstellten. Oft wurden ganz einfach nur Papierstücke ausgeschnitten und auf Leinwand geklebt.

Die Collage war ein Vorreiter der Fotomontage und fotografischer Bildnisse – wie heute in Photoshop, nur das man statt ‚copy‘ und ‚Paste‘ noch Schere und Kleber verwendete. Eine Wegbereiterin der Fotomontage war Anna Höch, die einzige Frau unter den Dadaisten in Berlin in den 1920ern. Durch ihre Arbeit in einem Verlag für Frauenmagazine bekam sie einen Einblick, wie Medien durch Bildnisse die eingeschränkte Rolle der Frau in der Gesellschaft verfestigen. Viele ihrer Collagen waren ein Angriff auf diese Paradigmen.

 

Hannah Höch: Schnitt mit dem Küchenmesser DADA durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands (1919)

Als die Surrealisten die Technik der Collage übernahmen, entstanden neue Formen wie beispielsweise das Ausschneiden eines einzelnen Bildes in Rechtecke, um sie dann neu zusammenzufügen.  Oder eine ganze Gruppe von Künstlern, die zusammen ein Bild neu anordnet („Cadrave Exquis“ ist eine spielerische Methode gemeinschaftlich Bilder zu zeichnen).

Da man bei Collagen auf bereits vorhandenes Material zurückgreifen muss, vergleiche ich es oft mit Hip-Hip oder Musik-Sampling. Das Rohmaterial und die Werkzeuge, die man dazu braucht scheinen zwar einfach zu benutzen zu sein, aber es braucht schon ein gewisses Level an Kreativität und Fähigkeiten, um ein stimmungsvolles Endresultat zu haben. Denkt zum Beispiel mal an Puff Daddy oder die Black Eyed Peas, die nicht viel neue Perspektive in die Materialien interpretieren, die sie samplen. Im Gegensatz dazu gibt es viel innovativere Produzenten, die verschiedene Bedeutungsschichten miteinander verweben und etwas Transzendentes daraus entsteht (wie z.B. die Dust Brothers, DJ Shadow, the Avalanches und J Dills).

The Avalanches: Frontier Psychiatrist (2000)

Das sind natürlich modernere Beispiele. Schaut man sich z.B. Charles Ives ‚Central Park in the Dark‘ von 1906, sogar noch vor Picasso, an: Es ist geschrieben für zehn Instrumente, die unabhängig voneinander in verschiedenen Tonarten spielen. Oder den Berliner Walter Ruttmann, der die erste elektronisch kreierte Toncollage 1928 aufnahm. Das Stück trägt den Titel ‚Wochenende‘ und ist eine sprunghafte Anordnung von Musik, gesprochenem Wort und Toneffekten. Auch John Cage und William S. Burroughs experimentierten mit dieser Kunstform, genauso wie die Beatles mit ‚Revolution 9‚.

Walter Ruttmann: Wochenende (1928)

Aber zurück zu visuellen Collagen! Die zwei grundlegenden Dinge sind:

1. Schneiden
2. Kleben

Abgesehen davon kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen! Trotzdem hier ein paar Tipps und Variationen:

– Benutze am besten verschiedene Arten von Magazinen (Mode, Promimagazine, Landschaft & Natur, Kunst und Fotografie) genauso wie anderes visuelles Material (Fotos, Sticker, Ausmalbücher, Geschenkpapier).

– Benutze dickes Tonpapier oder Karton für den Hintergrund.

– Es gibt viele Arten von Kleber, den man verwenden könnte, aber Klebestifte machen sich am besten. Wenn Du willst, dass Deine Collage es über die nächsten Jahre schafft, verwende am besten säurefreien Kleber.

– Kleine Scheren funktionieren am besten für detailliertes Ausschneiden. Benutze X-ACTO Messer solltest Du richtig professionell arbeiten wollen.

– Überlege Dir, ob Deine Collage ein rein ästhetisches Arrangement werden soll, eine Geschichte erzählen oder ein Statement abgeben soll. Denke an Kriterien wie Farbe, Nebeneinanderstellung, Tiefe und visuellen Fluss.

– Schneide jedes Element aus und spiele mit den verschiedenen Arrangements, bevor Du zum Kleber greifst.

– Für einen anderen Effekt reiße Bilder mit Deinen Händen aus, statt es mit der Schere zu schneiden.

– Benutze farbiges Klebeband statt Kleber.

 

 

‚Magazine Surgery‘ by xkristinax


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