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How-Tuesday: DIY Shibori

Apr 27, 2015

von valerierains

Etsy.com handmade and vintage goods

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Egal ob du bereits Erfahrung in DIY-Projekten hast und mal wieder etwas Neues ausprobieren möchtest oder gerade dabei bist die ersten Schritte auf diesem Gebiet zu machen und auf der Suche nach dem passenden Ventil für deine kreative Energie bist: die Zeit ist ideal, um einen aktuellen DIY-Trend aufzugreifen. In der Serie “Von Experten lernen” fragen wir Etsy-Verkäufer, die reichlich Erfahrung und Inspiration mitbringen, nach ihren Tipps für Anfänger.

Shibori ist eine traditionelle Reservetechnik zum Färben, die seit über 1000 Jahren in Japan praktiziert wird (und vermutlich der Ursprung der beliebten Batik-T-Shirts ist, die viele von uns in der Schule angefertigt haben). Dank der breiten Palette von Stilen und Techniken eignet sich dieses tolle Handwerk für praktisch jeden und wird somit immer beliebter. „Shibori ist etwas für jeden Persönlichkeitstyp – es hängt wirklich davon ab, was man daraus machen will“, sagt Vic Pemberton vom Melbourner Shop Bind and Fold.

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Honest Alchemy Co

„Für Perfektionisten ist traditionelles Shibori ideal, denn sie können versuchen, perfekte und scharfkantige Linien auf die itajime-Teile aufzutragen“, so Vic. „Wer sich gerne treiben lässt, experimentierfreudig ist und sein Leben eher nach dem ‚Wabi-Sabi‘-Prinzip lebt, der wird sich über all die ungeplanten Färbungen freuen, die sich bei einer Kombination von Shibori mit einem natürlichen und eher unberechenbaren Färbemittel wie Indigo ergeben.“

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Addison Made

Zudem hast du viele der Materialien, die für Shibori verwendet werden, wahrscheinlich schon zu Hause: Holzblöcke, Gummibänder, Glasdeckel, alte Strumpfhosen usw.. Und auch wenn du Fehler machst, können diese zu wirklich schönen Ergebnissen führen. „Die Unvollkommenheiten sind Teil des Verfahrens. Sie machen jedes Stück persönlich und einzigartig,“ so Textilkünstlerin und Dozentin Gretchie Wagner. Bist du bereit dich an diesem DIY zu versuchen? Dann findest du hier Tipps von unserem Etsy-Expertenteam zur Auswahl deiner Materialien, deines ersten Projekts und dazu, wie du mit deinen neu gewonnenen Kenntnissen gleich einen Schritt weiter gehen kannst.

Ein Projekt auswählen

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 HonestlyWTF

Ein Paar weiße Kissenbezüge zu färben ist ein gutes Projekt für Anfänger. Das geht schnell und am Ende kommt etwas Schönes und Nützliches dabei raus“, rät die britische Verkäuferin Rebecca Desnos. „Lege den Kissenbezug in kleine Falten, bis du eine lange Stoffwurst erhältst. Binde anschließend Gummibänder drum herum und tauche deinen Stoff in das Färbebad.“ Für weitere Inspiration schau dich doch mal auf Pinterest um: Ideen für DIY-Shibori-Projekte gibt es dort reichlich.

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Eine detaillierte Anleitung für die Färbung von Tischläufern (oben im Bild) findest du unter How-Tuesday: Shibori-Dyed Table.

Materialien auswählen

Nutze natürliche Stoffe. Ganz egal, ob du für deine Projekte Klamotten oder Bettwäsche verwendest, die du bereits besitzt oder lieber neue Materialien kaufst, nutze natürliche Stoffe, wie Baumwolle, Leinen, Seide oder Wolle und konzentriere dich für den Anfang auf helle Farbtöne, rät Vic. Diese nehmen die Farbe besser auf als synthetische Materialien oder Mischgewebe. „Ich empfehle außerdem mit Seidenschals zu arbeiten. Erstens sind sie relativ günstig und in allerlei Größen erhältlich. Und zweitens sind die Shibori-Ergebnisse auf dem glänzenden Material einfach atemberaubend. Dazu kommt, dass man die neuen Teile anschließend sofort tragen kann“, sagt Gretchie.

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Milkweed Quilts

Arbeite mit natürlichen Farben. Auch wenn es synthetische Optionen im Überfluss gibt, bevorzugen unsere Experten mit überwältigender Mehrheit natürliche Farben. Der Grund dafür liegt in ihrer Umweltfreundlichkeit und ihrem einzigartigen Charakter: Sie sind von Natur aus unberechenbar. Gretchie empfiehlt vorreduzierte Indigo-Sets für Anfänger: „Die meisten natürlichen Farbstoffe erfordern eine Wärmequelle und lange Einweichzeiten, damit die Färbung dunkel und gesättigt wird. Indigo jedoch lässt sich bei Raumtemperatur verarbeiten und die Farbtiefe wird durch mehrere Eintauchvorgänge erzeugt“, erklärt sie. „Vorreduziertes Indigo erspart dir viel Arbeit und erleichtert das Abmessen der einzelnen Zutaten für deinen Färbebottich.“

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Bind and Fold

Spiel mit dem Material, um Muster zu kreieren. Bei Shibori entstehen die Muster durch das Falten, Abklemmen, Quetschen und Binden des Gewebes. Manchmal werden auch kleine Gegenstände für zusätzliche Muster integriert. „Starkes Garn (oder Zahnseide), Klemmen aus dem Baumarkt, Perlen, Münzen, Maiskörner, Murmeln und Kunststoffdeckel sind nur einige der leicht erhältlichen Gegenstände, mit denen du interessante Shibori-Designs erstellen kannst“, sagt Laura Bellel von Milkweed Quilts, die seit über einem Jahrzehnt mit dieser Technik arbeitet. Neben einer großen Kunststoffwanne, in der du deine Stoffe färbst und einem guten Paar Gummihandschuhe zum Schutz der Hände brauchst du eigentlich nur noch Inspiration. „Ich empfehle den Kauf eines Shibori-Buchs mit vielen Bildern (ich habe selbst eine ganze Reihe!)“, sagt Gretchie. „Sie sind wirklich praktisch, wenn man nicht recht weiß, welche Art von Design man erschaffen möchte. Außerdem lernt man so, welche Techniken und Methoden welche Ergebnisse liefern.“

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Earnest Dry Goods

Anfängerfehler (und wie du sie vermeidest)

Nicht hetzen. Die Vorbereitung des Stoffs und der Farbe, das Einweichen, Ausspülen und Entfalten des fertigen Produkts – all das braucht seine Zeit. „Statt zu versuchen alles an einem Tag zu schaffen – das Abbinden des Stoffs, das Einweichen, Färben, Auswaschen, Trocknen und das anschließende Aufräumen – teile ich mir die einzelnen Aufgaben über die ganze Woche ein und arbeite somit langsam, aber sicher“, so Gretchie. „Das Wichtigste bei Shibori ist das Abbinden des Stoffs. Wenn du bei diesem Schritt hetzt und dir keine Zeit lässt, wirst du es spätestens beim Ergebnis bereuen.“ Das ist jedoch nicht der einzige Schritt, bei dem du dir Zeit lassen solltest. Wenn du die Knoten zu früh auftrennst oder den Shibori-Stoff zu früh auffaltest, kann dies zu weniger konstrastreichen Mustern führen und ein ursprünglich scharfkantiger Entwurf kann verschwimmen, sagt Laura. Das Gleiche gilt, wenn du das Färbemittel nicht gründlich ausspülst (bis das Wasser klar ist), solange der Stoff noch gebunden ist.

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HonestlyWTF

Bereite dich auf ein Chaos vor. „Die ersten paar Färbeaktionen werden eine Sauerei. Du kannst den Frust, der durch Farbtropfen auf deinem Holzboden oder ausgeschütteter Farbe in der Küche entsteht, leicht vermeiden“, rät Gretchie. „Indigo färbt einfach alles ein! Such dir also einen unempfindlichen Arbeitsort. Arbeite am besten draußen, wenn das Wetter es zulässt. Ich liebe es, meine gefärbten Stücke im ganzen Hinterhof auszubreiten, während ich arbeite. Außerdem muss ich so weniger putzen, nachdem ich sowieso schon den ganzen Tag über meinen Bottich gebeugt war.“

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Liduvina

Trage gute Handschuhe. „Verwende nie löchrige Schutzhandschuhe, es sei denn, du möchtest deine Hände und Fingernägel blau färben!“ empfiehlt Gretchie.

Zusatztipps

„Ich habe ein paar Bücher über natürliche Färbemethoden, Shibori und insbesondere Indigo-Färberei, aber die beste Inspiration hole ich mir in visueller Form. Ich folge vielen anderen kreativen Färbern auf Instagram und auf ihren Blogs (@shibori_textiles, @salt_and_still und @honestalchemyco sind einige meiner Lieblinge). Manche sind Shibori-Künstler wie ich, während andere ihre eigenen Indigopflanzen anbauen oder meterweise Stoff für Großprojekte färben. Ich bin jetzt so vertraut mit den verschiedenen Techniken, dass ich Bilder von den fertigen Produkten ansehen und dadurch zurückverfolgen kann, wie sie zustande gekommen sind“, erzählt Gretchie.

„Die Natur ist mein ständiger Lehrer und meine Muse für Farben und Designs im Shibori. Die Kurve einer Pflanzenranke, eine Mondsichel, Wolkenschichten oder Samenkapseln sind wunderbare und kostenlose Inspirationsquellen. Der einzige Preis, den man dafür zahlen muss, ist die eigene Aufmerksamkeit“, sagt Laura.

 

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