Kaufe auf Etsy ein

Die Schnellstart-Anleitung zum Verkaufen auf Etsy

Sep 12, 2012

von Antje Wolter

Etsy.com handmade and vintage goods

Dieser Artikel basiert zum Teil auf einem Beitrag von Danielle zum Seller Handbook. Die Originalversion findet ihr hier.

Willkommen zum Verkaufen auf Etsy! Wenn man anfängt, gibt es gefühlt tausende Dinge, die man für seinen neuen Shop tun muss. Dieser Artikel ist eine Schnellstart-Anleitung, die dir einen Überblick über die wichtigsten Punkte gibt, die es braucht um einen Shop zum Leben zu erwecken. Eine umfangreiche Übersicht aller Themen ist unser Verkäuferhandbuch – es enthält Links zu vielen nützlichen Artikeln, die dir helfen werden. Weitere Beiträge für Etsy-Newcomer wären zum Beispiel auch Der Guide für Verkäufer aus Europa und Vier Grundbausteine für einen erfolgreichen Shop.

Die drei P’s: Produkte, Photos und Preise

Fangen wir mit Produkten an. Welche Sachen würden in deinem imaginären Laden im Regal liegen? Hier sind ein paar Fragen, die du dir am besten selbst stellst:

  • Was möchtest du mit der Welt teilen? Bist du dafür bereit?
  • Was sagt diese Arbeit über dich aus?
  • Mit wem würdest du dies am liebsten teilen? Das wäre dann deine Nische oder Zielgruppe.

Ist dir was aufgefallen? Die Frage “Wonach suchen die Leute denn so, was kommt momentan gut an?” stand nicht auf der Liste. Diese Frage geht den meisten neuen Etsy Verkäufern durch den Kopf, wenn sie hier anfangen – du bist also nicht alleine! Aber das ist nun mal nicht die beste Frage, die man sich zu Beginn stellen sollte. Diese Frage schränkt dich in deiner Vision und Kreativität ein und kann tatsächlich ein Hinderniss auf deinem Weg zum Erfolg sein. Die Menschen, die auf Etsy einkaufen, verbinden etwas mit den Produkten, die eine Geschichte erzählen, die einzigartig sind, unkonventionell, toll gemacht (oder für Vintage- oder Materialverkäufer: ein durchdachtes Angebot).

Es gibt so viele wundervolle Shops bei Etsy, dass sich viele Neulinge wundern, wie sie da jemals einen Eindruck bei jemanden hinterlassen sollen. Ein paar Gedanken, die deinen Shop erstrahlen lassen werden:

  • Was kann man machen, wenn der Markt schon übervoll scheint? Wenn du feststellst, dass es schon jede Menge andere Verkäufer mit ähnlichen Produkten wie deinen gibt – zum Beispiel Schleifen fürs Haar, könntest du vielleicht versuchen, dein Produkt aus einem anderen, überraschenden Material herzustellen. Oder eine ganz neue Art von Haarschleifen zu erschaffen. Manchmal sticht man auch schon aus der Masse heraus aufgrund einzigartiger Fotos, seines großartigen Sortiments und einer großen Anzahl an Artikeln, aus denen der Kunde auswählen kann.
  • Entwickle ein neues Produkt oder erfinde ein neue Art und Weise, wie man etwas herstellt, das es schon länger gibt. Einige tolle Beispiele dafür sind zum Beispiel  neawear, die eine kleine Brühmtheit auf Etsy wurde mit ihrer sogenannten “Wandbekleidung”: Sie transformatierte als eine der ersten einfach Kreuzstichmuster in die moderne Kunst. Oder auch girlsavage, die die Taxidermie (Tierpräparation) als “Filzidermie” neu erfunden hat – Plüschtiere wie Jagdtrophäen.

Du brauchst jetzt noch nicht sofort Antworten auf diese alle diese Fragen zu haben. Auch wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, was du eigentlich mit deinem Etsy Shop aussagen willst, rate ich dir trotzdem jetzt schon mal deine Kamera rauszuholen und mit dem Fotografieren zu beginnen. Hunderte von Fotos. Fotografie ist der wichtigste Aspekt beim Onlinehandel! Je eher du damit anfängst und übst, desto besser. Alles was du brauchst ist ein einfacher, schlichter Hintergrund, weiches natürliches Licht, eine Digitalkamera (und diese muss keine Profikamera sein) und ein Model, sofern du etwas verkaufst, das am Ende von Menschen oder Tieren getragen wird.

Produktfotografie ist wahrscheinlich der wichtigste Teil an deinem Shop. Bei jedem Etsy Artikel hast du Platz für ein Hauptfoto und vier zusätzliche Bilder. Benutze sie alle fünf! Unten findest du einige Tipps dazu – und wenn du noch tiefer in der Welt der Fotografie eindringen willst, schau dich mal hier um.

Vintage Herzkette von nuvonova

Hier ist unsere Top 10 mit Tipps für die perfekten Produktfotos:

  1. Fotografiere vor einem ebenen Hintergrund, der dein Produkt erstrahlen lässt. Gut funktionieren große Pappen oder Papiere in hellen Farben.
  2. Benutze die Makrofunktion (erkennst du an dem Blumensymbol) an deiner Kamera, wenn du Nahaufnahmen machst oder kleine Dinge fotografierst. Wenn das Bild unscharf ist, dreh ein wenig am Zoom oder gehe näher ran oder weiter weg.
  3. Wenn du kleine Objekte wie zum Beispiel Schmuck fotografierst, können einfache Deko-Gegenstände helfen in der Relation die Größe des eigentlichen Produkts zu erkennen.
  4. Bei größeren Dingen kannst du dich bei dir zu Hause nach einer passenden Umgebung umschauen: Spannende Architektur, wunderschöne Landschaften, Wände mit interessanten Oberflächen, aber auch einfach eine schöne Holzplatte können funktionieren. Vielleicht gibt es was passendes ganz in deiner Nähe – eine Kirche, eine Bibliothek oder ein verlassenes Gebäude – das die Stimmung deiner Produkte wiedergibt?
  5. Wenn du Produkte verkaufst, die auf irgendeine Weise getragen werden können, versuche immer ein echtes Model zu nehmen. Also an einem Erwachsenen, an Babys oder am Haustier. Gesichter ziehen Menschen magisch an – also auch deine Kunden. Und es hilft ihnen auch, sich das Produkt in Aktion vorzustellen.
  6. Benutze weiches und natürliches Licht. Morgen- oder frühes Abendlicht funktioniert am besten. Vermeide direktes Sonnenlicht und die harte Mittagssonne. Baue dein Setup am besten drinnen auf, neben einem Fenster. Wenn draußen, dann lieber im Schatten.
  7. Benutze niemals den Blitz!
  8. Versuche mehr als nur eine Perspektive. Nicht immer nur eine Draufsicht von oben oder frontal. Bring mehr Dynamik in die Bilder indem du verschieden Winkel und Entfernungen ausprobierst. Am Ende wählst du das aus, wo dein Produkt am besten rüber kommt.
  9. Bearbeite deine Fotos. Mache sie heller, schärfer und korrigiere die Farben, so dass sie wie in echt sind. Bei manch einem Bild solltest du vielleicht auch einen bestimmten Auschnitt wählen, um es interessanter zu machen. Dadurch kannst du bei einer Detailaufnahme noch näher rangehen.
  10. Benutze alle 5 Fotos in deinem Artikel: Zeige das Produkt in Benutzung, zeige deine einfallsreiche Art es zu verpacken, platziere es auch mal neben einem anderen Gegenstand für einen Größenvergleich.

Übung: Schau dir unser Video zu Produktfotografie für Anfänger an.

Das ist ganz schön viel Arbeit, oder? Diese ganzen Fotos zu machen? Dann solltest du auf jeden Fall sicher gehen, dass du diese Arbeitszeit auch in deine Verkaufspreise mit einrechnest! Und wo wir schon beim Thema sind: Preise! Die Preiskalkulation kann gerade am Anfang ganz schön einschüchternd sein. Frag dich nicht: “Was würde jemand dafür ausgeben?”, sondern frage: “Was muss ich tun, damit jemand, der sich in dieses Produkt verguckt hat, es in seine Sammlung mit aufnimmt?” Denke immer dran, du willst nicht so viele Leute wie möglich erreichen, sondern die, die sich mit dir verbunden fühlen. Diese lieben deine Arbeit, sie wollen dich unterstützen, sie wollen ein Sammler dessen werden, was du im Angebot hast!

Ein letzter Tipp: Sei dir der Zeit bewusst, die es braucht deine Produkte zu entwickeln und auszuwählen, Fotos zu machen oder zu recherchieren. Deine Zeit ist kostbar und das sollte sich auch in deinen Preisen widerspiegeln. Hier findest du einen Artikel, der dir helfen soll, den richtigen Preis zu finden.

Mach dich bereit für den Erfolg

In unseren FAQs zum Verkaufen findest du eine Schritt-für-Schritt Anleitung für den Anfang. Ich gebe dir noch ein paar zusätzliche Tipps zu den einzelnen Punkten!

Dein Etsy Shop braucht einen Namen. Mit einem einprägsamen Namen bist du auf dem richtigen Weg aus deinem Shop eine Marke zu machen und mehr zu verkaufen. Er sollte leicht auszusprechen sein, leicht zu buchstabieren und natürlich zu deinem Stil und deinen Produkten passen. Oft liegt in der Kürze die Würze. Versuche allgemeingültige Wörter wie “hangemacht”, “Kreationen” oder “Design” zu vermeiden, genauso wie Zahlenketten oder eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die keinen Sinn ergeben – das führt am Ende nur dazu, dass man sich deinen Namen nicht merken kann. Vermeide auch geläufig klingende Namen, meist ist etwas ungewöhnliches wesentlich einprägsamer. Recherchiere ein wenig im Internet, um sicher zu gehen, dass der Name nicht schon vergeben ist.

Übung: Die Namen welcher Shops hast du dir gleich gemerkt? Welche haben deine Aufmerksamkeit auf sich gezogen? Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe die ersten 25 Firmennamen auf, an die du dich erinnern kannst. Was macht sie eingrägsam? Was sagen diese Namen über das Unternehmen aus, die dahinter steht?

Banner: Wäre dein Etsy Shop ein Laden in deiner Stadt, dann wäre dein Banner das Schild über der Eingangstür. Wähle etwas aus, das zum Einen professionell gestaltet ist und zum Anderen deinen Kunden ein Gefühl für die Stimmung deines Shops gibt und deren Interesse weckt nach unten zu scrollen um mehr von dir zu entdecken. Falls du selbst kein Händchen für Grafikdesign hast – nicht verzagen – es gibt etliche Etsy Verkäufer, die fertige und individualisierte Shop Banner anbieten.

Avatar: Zeige in einen kleinen Auschnitt deine Persönlichkeit mit einem hellen, freundlichen, quadratischen (75 x 75 pixel) großen Profilfoto. Vielleicht eins von dir mit deinem persönlichen Lieblingsprodukt? Bonus! Hier habe ich ein paar Beispiele für dich:

             

Versand: Verschicke weltweit – internationale Bestellungen machen einen großen Teil der Bestellungen auf Etsy aus. Das klingt erst einmal kompliziert? So schlimm ist das gar nicht! In dem Artikel: “Etsys Guide für Verkäufer aus Europa” findest du Hilfe.

AGBs und dein Profil:
Ausfüllen! In deinen AGBs legst du die Regeln in deinem Shop fest und kannst so viele Fragen deiner Kunden beantworten. Am besten lässt du dir deine AGBs, deine Widerrufsbelehrung und dein Impressum von einem Anwalt deines Vertrauens erstellen. Die Kosten sind gut investiert. Die Profilseite zeigt dich als Person. Käufer auf Etsy lieben besonders, dass sie die Produkte direkt beim Designer und Hersteller kaufen – also erzähle ihnen was von dir und deiner Kunst, dann werden sie sich auch für deine Arbeit interessieren. Wenn du dies alles ausgefüllt hast, baust du bei deinen Kunden automatisch Vertrauen auf, vor allem wenn du ein neuer Verkäufer bist, der noch kein Feedback erhalten hat. Hier findest du noch mehr zu rechtlichen Bestimmungen und zur Profilseite.

Butter bei die Fische: Lade Produkte hoch!

Etsys Anleitung zum Artikel einstellen leitet dich durch jeden einzelnen Schritt bis zum fertig gelisteteten Produkt. Wir haben schon über Fotos und Preise gesprochen, aber es gibt noch ein paar andere wichtige Dinge während des Einstell-Prozesses, die wir noch nicht erwähnt haben: Titel, Beschreibungen und Tags. Mit diesen kannst du nicht nur deine Produkte so gut wie möglich beschreiben, sie sind auch von essentieller Bedeutung damit Etsys Suche dich findet!

Deine Titel sollten wesentlich und beschreibend sein anstatt lustig und neckisch – die Suchmaschine versteht (noch) keinen Humor. Hier ist ein Beispiel: Mit “Das Malarie Kollektion Shirt” kann die Suchmaschine von Etsy (oder auch Googles Suche) nicht so viel anfangen wie mit “Florales T-Shirt fuchsia, Siebdruck, Ökobaumwolle”. Wie man die besten Titel finden kann, erklärt unser Artikel „Lasst euch finden“. Schau ihn dir an um ein besseres Verständnis von der Optimierung für Suchmaschinen zu bekommen.

Beschreibungen sollten stets in der ersten Person geschrieben werden – stell dir vor, du würdest direkt mit deinem Kunden sprechen. Versuche zum Einen alle Fragen zu dem Produkt zu beantworten, die ein Käufer haben könnte und zum Anderen auch die einzigartige Geschichte zu erzählen, die hinter jedem Produkt steckt.

Zu jedem Artikel kannst und solltest du noch wichtige Stichwörter hinzufügen – wir nennen diese Tags. Stelle dir auch hier die Worte vor, die dein Kunde benutzen würde, wenn er nach diesem Produkt suchen würde. Sei ganz spezifisch! Farbe, Textur, Stil und Größe sind genauso wichtig wie die Art des Produktes. Hier ist ein Artikel mit einer Liste mit den verschieden Tagarten, mit deren Hilfe du erstmal brainstormen kannst.

Übung: Wenn du das nächste Mal ein Produkt für deinen Shop entwickelst oder Fotos davon machst, halte einfach ein Notizbuch parat und notiere immer wieder mal ein paar Stichworte, die dir währenddessen einfallen, damit du sie später dann in den Titeln, Beschreibungen und Tags verwenden kannst.

Beachtung finden

Hol dir deine Freunde zu Hilfe. Falls du schon einen Facebook Account hast, kann dir eine Facebook Fanseite helfen, all deinen Freunden und deiner Familie an deinem neuen Etsy Shop teilhaben zu lassen. Bitte sie, deine Seite mit ihren jeweiligen Facebook Freunden, für die es interessant sein könnte, zu teilen. Dieser Artikel im Verkäuferhandbuch (Engl.) wird dir helfen eine Fanseite einzurichten.

Bleibe aktiv: Pack nicht einfach nur ein paar Dinge in deinen Shop und lehn dich dann zurück um abzuwarten, dass es los geht. Stelle dir vor, du eröffnest einen Laden in deiner Stadt, aber stellst nur ein paar Artikel ins Regal und lehnst dich dann zurück hinter deinen Ladentresen und wartest auf Kundschaft. Kunden wollen dir vertrauen und je aktiver du auf Etsy bist, desto mehr wissen sie, dass du auch was in dein neues Unternehmen investierst. Nicht nur Geld, sondern auch Herzblut, Zeit und Anstrengung. Bleib am Ball und stelle regelmäßig neue Artikel rein. Entdecke immer wieder andere Wege um dich mit der Community zu verbinden. Mach doch mal ein Treasury oder trete einem Team bei!

Wenn du auf Etsy aktiv bist, können sich auch deine Chancen erhöhen, anderweitig erwähnt zu werden: in Treasurys, auf der Startseite, in den Etsy Newslettern oder auf dem Etsy Blog. Der Schlüssel zum Erfolg in dieser Hinsicht findet sich in tollen Produktfotos, in dem man wohl bedachte Tags verwendet und ein aktives Mitglied der Etsy Community ist. Zusätzlich kannst du dir die monatlichen Spielpläne zur Verkaufsförderung unseres hauseigenen Merchandising-Teams durchlesen. Das sind richtige kleine Trendreports zu kommenden Themen, Feiertagen und Trends, auf die du dann in deinen Tags eingehen kannst.

Abschließende Gedanken

Wow! Da gehört echt viel dazu einen Etsy Shop zu eröffnen, was? Aber glaub mir, es ist aufregend! Mache alles ganz in Ruhe Schritt für Schritt und bleibe mit deinen Erwartungen realistisch. Feiere deine ersten Besucher, Herzen, Nachrichten und Verkäufe. Bevor du es merkst, bist du ein Profi und kannst dich kaum noch an den nervenaufreibenden Start von einst erinnern. Ich gebe dir nun noch ein paar Links mit auf den Weg, von denen du dir Lesezeichen in deinem Browser einrichten solltest:

  1. Verkaufen. Etsys Verkaufen Seite wird immer wieder mit den neuesten Artikeln aus dem Verkäuferhandbuch bestückt.
  2. Etsy Verkäufer Hilfsmittel. Hier findest du nützliche Hilfsmittel und Programme.
  3. Etsy Hilfe. Tippe eine Frage ein und bekommen eine Antwort. Oder schreibe und einfach eine Nachricht.
  4. Online Labs. Schau mal vorbei zu einem unserer Live Workshops mit Experten (Engl.)
  5. Newsletter. Abonniere unseren Verkäufernewsletter (Etsy Success) und bekomme die neuesten Tipps direkt in deinen Posteingang.

Das Wichtigste bei einem kleinen Unternehmen ist, aus all der Erfahrung, die du machen wirst, zu lernen. Versuche immer wieder Neues, entwickle dich weiter – bis du deinen eigenen Schlüssel zum Erfolg in den Händen hälst (es gibt nicht den einen Weg, der für alle gleich funktioniert!).
Also jetzt anfangen und am Ball bleiben!

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Was sind deine Tipps? Wir würden gerne mehr erfahren. Erzähl uns von deinen Erfahrungen in den Kommentaren!