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Die Kunst der Preissetzung: Eigenkosten verstehen

Mrz 22, 2010

von Antinoos

Etsy.com handmade and vintage goods

Dieser Artikel ist die Übersetzung eines Beitrags zum US-Seller Handbook. Die Originalversion findet ihr hier.

Eine vernünftige Preissetzung für seine eigenen Produkte zu finden kann sich manchmal wie eine der größten Herausforderungen des Verkäufertums herausstellen. Keine Sorge, es ist normal, erstmal überwältigt zu sein. Teure Business Schools widmen diesem Thema ganze Semester. Und was ist der Tenor? Dass es keine magische Formel gibt. Glücklicherweise ist die Preissetzung mehr Kunst als Wissenschaft, und auf Etsy gibt es gute Künstler noch und nöcher

Wenn ihr euren Shop nicht nur als Hobby nebenbei führt, ist es besonders wichtig darauf zu achten, die eigenen Kosten zu decken.

Direkte Kosten sind unter anderem:

  • alle zur Herstellung genutzten Materialien
  • Verpackung
  • PayPal-Gebühren
  • Etsy-Gebühren

Auch wenn die Wolle schon seit Jahren bei euch im Schrank liegt oder ihr die Knöpfe von eurem Nachbarn bekommen habt, haben diese Materialien einen Wert. Man könnte sie auch für etwas anderes verwenden, so wie auch Gebühren für Designs, Internetanschluss in deinem Büro zuhause oder Leasing.

Indirekte Kosten könnten Maschinen sein, wie zum Beispiel ein Webstuhl oder gar Beiträge für den Zugang zu einer Dunkelkammer oder einer Metallwerkstatt. Diese Kosten sollten auch mit einbezogen werden.

Wichtig ist, eure Arbeitszeit nicht zu vergessen. Wie viel Zeit hat das Design und die Herstellung des Produktes gebraucht? Auf der kreativen Seite des Unternehmens sollte die Zeit mit einberechnet werden, die der Entwurf eures Produkts gebraucht hat, so wie auch die eigentliche Herstellung. Auch wenn ihr an euren Produkten in eurer Freizeit arbeitest oder auf dem Markt am Verkaufsstand oder im Bus auf dem Weg ins Büro sitzend häkelt – all das sollte als Arbeitszeit berechnet werden. Vergesst auch nicht die Zeit, die es gekostet hat das Produkt zu fotografieren, es bei Etsy einzustellen und dann später zu verpacken und abzuschicken.

Bei Etsy wird der Versand nicht in den Preis mit einberechnet; die Angabe der Versandkosten ist ein separater Teil, aber verursacht genauso Kosten, die mit einberechnet werden sollten. Wenn ihr etwas auf Etsy einstellt, seid ihr selbst verantwortlich dafür, realistische Lieferkosten anzugeben, die der Käufer bezahlen muss. Vergesst dabei nicht Zusätze für Versicherung, Tracking oder den Versand ins Ausland. (Mehr Informationen zum Thema Versand findet ihr hier)

Es ist eure Entscheidung, wie viel ihr für eure Arbeitszeit berechnen möchtet. Das ist der Lohn, den ihr euch selbst bezahlst. Vor allem wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euren Job für euren Etsy-Shop aufzugeben, müsst ihr euch sicher sein, dass ihr davon leben könnt ; d.h ihr solltet Gewinn machen und nicht nur eure Kosten decken. Ihr habt es euch redlich verdient, für eure Zeit, Aufwand, und Kreativität bezahlt zu werden!

Danielle von den Etsy Labs in Brooklyn berichtet über ihre Ausbildung an der Kunsthochschule und ihre Erfahrung als Vollzeit Etsy-Verkäuferin (preciouspups):

“Einer meiner Professoren lehrte uns Preissetzung folgendermaßen: Berechne, wie viele Stücke du am Tag herstellst. Dann setze ein Gehalt für dich fest und dividiere dieses Gehalt durch die Anzahl der Stücke, die du in einem Jahr herstellen kannst. Viele finden auf diese Weise heraus, dass sie sich viel zu wenig bezahlen.”

Sobald ihr euch Eigenkosten und Arbeitszeit im Klaren seid, könnt ihr beginnen, über den Preis nachzudenken. Viele Verkäufer haben ihre ganz eigene Methoden bei der Preisberechnungen – teilt eure Erfahrungen mit uns, wir freuen uns über Kommentare!