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Quit Your Day Job: karoArt

Etsy.com handmade and vintage goods
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Die “Quit Your Day Job”-Serie ist mittlerweile eine richtige Institution auf Etsy und so etwas wie ein Ritterschlag für Verkäufer. Seit vielen Jahren stellen wir hier Menschen vor, die durch ihren Erfolg auf Etsy nun in der Lage sind ihren normalen Job zu kündigen oder sich beruflich neu zu orientieren. Viele Artikel sind bereits auf dem englischen Blog erschienen, doch in Zukunft wollen wir auch die Geschichten europäischer Verkäufer mit euch teilen. In der Hoffnung, dass es dir Mut zuspricht und dich zu neuen Zielen inspiriert.

Gut, dass es glückliche Zufälle gibt. So hat Karolina Grudniewska ihre Liebe für Keramik in Dublin, Irland entdeckt. Karolina verkauft nun Vollzeit auf Etsy und ihr Shop karoArt bekommt immer mehr Traffic aus dem Ausland. Ihr Weg jedoch zum Erfolg war lang und schwierig und sie ließ sich oft von ihrer Unsicherheit bremsen. „Ich hatte schon immer diesen kreativen Drang in mir, aber auch viele Schranken im Kopf“, sagt sie. „Ich verstrickte mich im täglichen Alltagskampf und hatte sehr wenig Zeit für mich selbst, was natürlich nicht unbedingt zur Kreativität beiträgt.“

Karolina experimentierte mit einigen kreativen Berufen und Studienbereichen, bevor sie genug gespart hatte, um ihr eigenes Unternehmen für Interior Design zu starten. Sie stieß erst auf Keramik, als sie zwei Beutel Ton als Geschenk von ihrem Partner unter dem Weihnachtsbaum fand. Sie ahnte nicht (und auch niemand anderes), dass dieses Geschenk eine Leidenschaft entfesseln würde, die sich zu einer erfolgreichen Beschäftigung entwickelt. „Ich war hin und weg“, erklärt Karolina. „Es war wie am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein – ich hatte die Freiheit, mehr zu entdecken. Ich war genauso überrascht von dieser Wendung in meiner beruflichen Laufbahn wie jeder andere auch.“

Man kann die Lust an der Überraschung in karoArts wunderschönen Designs spüren. Ihre Produktpalette erstreckt sich von Schüsseln für Garn über Butterdosen in Fuchsform. Jedes Teil ist ein Unikat und wurde inspiriert vom organischen Leben. Ihre Stücke entwickeln ihren Charme in unerwarteten Details wie handgezeichneten Fischen in einer Schüssel für Katzenfutter. Erfahre im Folgenden mehr über ihre Tipps zum Finden der eigenen Passion, der Einfachheit der Dinge und wie man internationale Käufer anzieht.

Die Arbeit mit Keramik besteht aus vielen Arbeitsgängen – was machst du am liebsten?

Der Prozess als ganzes ist genau das, was so faszinierend an der Arbeit mit diesem Material ist. Ton gibt dir das Arbeitstempo vor und mag es nicht, wenn man hetzt. Du machst einen Schritt, dann ziehst du dich für ein Paar Stunden oder bis zum nächsten Tag zurück und machst weiter wenn die Stücke bereit sind für die nächste Phase. Es erfordert Geduld, Planung und systematische Arbeit.

Fotos von Christine Burns

Für gewöhnlich stelle ich gleichzeitig ein Paar Teile der gleichen Sorte in einem Satz her. Ich mag den Moment, wenn ich das Gefühl habe, dass ich durch meine Arbeit fliege und am Ende der Woche ein Regal voller Stücke habe, die trocknen. Ich liebe auch das „große Finale“ – das Ende aller Arbeitsgänge, wenn ich den Ofen mit den Stücken öffne, die glasiert und bereit zum Verkauf sind.

Foto von Christine Burns

Wie war das Leben vor karoArt?

Mein großes Ziel nach der Schule war es an der Kunstakademie in Wroclaw in Polen Kunst zu studieren. Ich war fest entschlossen und machte Mappenvorbereitungskurse fast zwei Jahre lang, habe aber vor dem Examen gekniffen und machte stattdessen meinen BA in Englisch.

In Polen arbeitete ich als Englisch-Lehrerin, hatte aber nicht das Gefühl, dass das meine Berufung war. Als ich nach Irland zog, arbeitete ich als Floristin – ich habe in einem kleinen Blumenladen angefangen und arbeitete irgendwann in einem großen, sehr edlen Hotel. Zu Beginn war die Arbeit sehr kreativ; ich habe sehr viel gelernt und genoss es auch eine Zeit lang. Aber mir gefiel es nie, für ein Großunternehmen zu arbeiten und hoffte, dass es nur ein Übergangsjob sei. Ich blieb dort fünf Jahre lang und der Job war eine gute und stabile Anstellung, als ich das Bedürfnis nach Sicherheit hatte. Ich ging danach zurück an die Uni, um Innenarchitektur zu studieren, in der Hoffnung, dass dies eine Lösung dafür war, einen kreativen Beruf zu haben, von dem ich leben konnte.

Foto von Christine Burns

Du hast dir dein Wissen über Keramik autodidaktisch beigebracht. Wie hast du dich an ein Medium herangetastet, obwohl du keine formelle Ausbildung dafür hattest?

Ich finde das Arbeiten mit Ton sehr intuitiv. Sobald du dir die Grundlagen erarbeitet hast, liegt eine Welt voller Möglichkeiten vor dir. Es braucht stundenlange Übung, mit vielen Versuchen und Misserfolgen, aber jedes zerbrochene Teil bringt dir etwas bei. Übung und Wiederholung brachten mich auf mein Leistungsniveau, aber ich habe das Gefühl, fast jeden Tag etwas neues zu lernen und es gibt immer noch so viel, dass ich gern entdecken und lernen möchte.

Zwei minimalistische Servierschüsseln von karoArts Shop

Wie viele deiner Verkäufe kommen aus dem Ausland?

Ich habe mir hier in Irland eine lokale Kundschaft aufgebaut – online, in Geschäften und bei Märkten vor Ort – aber mit Etsy werde ich auch von internationalen Käufern gefunden. Die meisten meiner Verkäufe über Etsy kommen aus den USA und ich hatte auch einige Verkäufe nach Australien. Im vergangenen Jahr habe ich auch festgestellt, dass ich immer mehr Verkäufe nach Europa habe, hauptsächlich aus Großbritannien. Sogar die lokalen Verkäufe innerhalb Irlands sind kürzlich angestiegen.

Etsys Bekanntheitsgrad in Europa nimmt zu. Ich erinnere mich noch, als ich meinen Etsy-Shop erwähnte und in Irland damit niemand etwas anfangen konnte – jetzt wissen die meisten wovon ich spreche und viele von ihnen sind sogar „etsy-süchtig“.

Wie berücksichtigst du beim Einstellen deiner Artikel internationale Käufer?

Ich versuche meine Tags sehr einfach und deutlich zu gestalten, ohne außergewöhnliche Wörter und blumige Beschreibungen – ich komme direkt zum Punkt. Bei den Artikelbeschreibungen bevorzuge ich auch eher das Einfache. Dies macht das Verstehen der Artikel einfach für die Käufer, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Ich nenne die Größen in Zoll und Millimeter, und ich gebe dem ganzen gerne meine persönliche Note und stecke ein bisschen Esprit in meine Beschreibungen.

Foto von Christine Burns

Was sind deine Tipps für den internationalen Versand?

Da meine Pakete sperrig und schwer sind, finde ich es sehr hilfreich, ein Konto beim Dienstleister des Postamtes vor Ort einzurichten. Für mich war dies ein revolutionärer Schritt. Dadurch konnte ich feste, vorteilhafte Preise für den Versand für viele Länder weltweit anbieten. Ich muss die sperrigen Pakete nicht mehr zur Post bringen und Zeit darauf verschwenden, mich anzustellen. Ich habe einen freundlichen Kurier, der die Pakete innerhalb eines Tages abholt. Ich habe mein Konto so eingestellt, dass alle Portokosten monatlich berechnet und von meinem Bankkonto abgezogen werden. Zudem verpacke ich meine Pakete sorgfältig – ich gehe lieber auf Nummer sicher. Ich verfolge auch alle meine ausgehenden Pakete und dokumentiere die Daten des Empfängers zusammen mit dem Gewicht des Päckchens und der Verfolgungsnummer.

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Wie hast du deine Leidenschaft für die Dinge, die du für deinen Shop herstellst, entdeckt? Teile deine Geschichte unten in den Kommentaren.

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